Pflegegeld

Was ist das Pflegegeld?

Das Pflegegeld stellt eine zweckgebundene Leistung zur teilweisen Abdeckung der pflegebedingten Mehraufwendungen und daher keine Einkommenserhöhung dar. Mit dem Pflegereformgesetz von 1. Jänner 2012 wurde die Gesetzgebungs- und Vollziehungskompetenz von den Bundesländern auf den Bund übertragen. Das Pflegegeld wird zwölf Mal pro Jahr monatlich im Nachhinein ausbezahlt. Vom Pflegegeld werden keine Lohnsteuer und kein Krankenversicherungsbeitrag abgezogen. Das Pflegegeld dient also dazu, dass der pflegebedürftige Mensch so lange als möglich in seiner gewohnten Umgebung verbleiben kann.

Wer hat Anspruch auf Pflegegeld?

Folgende Voraussetzungen müssen zutreffen um Pflegegeld beziehen zu können:

  • Ständiger Betreuungs- und Hilfsbedarf wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung bzw. einer Sinnesbehinderung, die voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern wird

  • Ständiger Pflegebedarf von zumindest mehr als 65 Stunden im Monat

  • Gewöhnlicher Aufenthalt in Österreich, wobei auch die Gewährung von Pflegegeld im EWR-Raum und in der Schweiz unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist

Pflegebedarf im Sinne des Bundespflegegeldgesetzes liegt dann vor, wenn sowohl bei Betreuungsmaßnahmen als auch bei Hilfsverrichtungen Unterstützung nötig ist.

Pflegegeld, Antrag, Pflege, beantragen, bewilligt genehmigt, Pflegedienst, Pflegefall, Krankenpflege, Stempel, altenbetreuung, altenheim altenpflege altersheim, alterspflege ambulante stellen behindert behinderte behinderung Papier betreutes, betreuung dokument fürsorge hauskrankenpflege, hauspflege heimpflege Holzstempel häusliche text weiß wort krankenbetreuung pflegebedürftig pflegeheim, pflegen pflegestufe, pflegeversicherung seniorenbetreuung seniorenheim seniorenpflege, sozial abgestempelt, akte, amt, dokument, gestempelt, holzstempel, papier, pflegestufe, stempeln

Beurteilung des Pflegebedarfs

Für die Beurteilung des Pflegebedarfs müssen folgende fünf Hilfsverrichtungen berücksichtigt werden:

  • Herbeischaffen von Nahrungsmitteln, Medikamenten und Bedarfsgütern des täglichen Lebens

  • Reinigung der Wohnung und der persönlichen Gebrauchsgegenstände

  • Pflege der Leib- und Bettwäsche

  • Beheizung des Wohnraumes einschließlich der Herbeischaffung des Heizmaterials

  • Mobilitätshilfe im weiteren Sinn (z.B. Begleitung bei Amtswegen oder Arztbesuchen)

Über die Zuordnung zu einer Pflegegeld-Stufe entscheidet die zuständige Stelle auf der Grundlage eines Sachverständigengutachtens. In der Regel erfolgt ein Hausbesuch durch einen Arzt oder in manchen Fällen durch eine diplomierte Pflegefachkraft. Dieser Hausbesuch ist zuvor anzukündigen. Wir empfehlen immer, dass ein Angehöriger bei der Pflegegeldeinstufung anwesend sein soll.

Höhe des Pflegegeldes

Das Ausmaß des Pflegegeldes richtet sich nach dem Pflegebedarf. Es sind sieben Stufen vorgesehen. Erforderlich ist ein Pflegebedarf von mehr als 65 Stunden pro Monat. Die Anzahl der Stunden des monatlichen Pflegebedarfs wird im Rahmen der Begutachtung festgelegt.

Pflegestufe 1:   mehr als 65 Stunden                                                        157,30 Euro

 

Pflegestufe 2:   mehr als 95 Stunden                                                       290,00 Euro

 

Pflegestufe 3:   mehr als 120 Stunden                                                      451,80 Euro

 

Pflegestufe 4:   mehr als 160 Stunden                                                      677,60 Euro

 

Pflegestufe 5:   mehr als 180 Stunden                                                     920,30 Euro
wenn ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand erforderlich ist

Adult son walking with disabled father in wheelchair outdoor. Front view.

Pflegestufe 6:   mehr als 180 Stunden                                                   1.285,20 Euro
wenn zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen erforderlich sind und diese regelmäßig während des Tages und der Nacht zu erbringen sind oder die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson während des Tages und der Nacht erforderlich ist, weil die Wahrscheinlichkeit einer Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben ist

Pflegestufe 7:   mehr als 180 Stunden                                                  1.688,90 Euro
wenn keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit funktioneller Umsetzung möglich sind oder ein gleich zu achtender Zustand vorliegt

Das Pflegegeld ruht ab dem zweiten Tag eines stationären Krankenhaus-, Rehabilitations- oder Kuraufenthaltes für dessen Dauer, wenn ein in- oder ausländischer Sozialversicherungsträger, der Bund, ein Landesgesundheitsfonds oder eine Krankenfürsorgeanstalt überwiegend die Kosten des Aufenthaltes trägt. Ein stationärer Aufenthalt ist der pflegegeldauszahlenden Stelle daher so schnell wie möglich zu melden, da sonst eine Rückforderung erfolgen muss.

Über Antrag ist das Pflegegeld in bestimmten Fällen weiter zu leisten:

  • höchstens 3 Monate in dem Umfang, in dem pflegebedingte Aufwendungen wegen eines Dienstverhältnisses der Pflegeperson nachgewiesen werden (z.B. bei einer 24 Stunden Pflege);

  • in der Höhe des Beitrages, den die Pflegeperson für eine Weiter- oder Selbstversicherung wegen der Pflege leistet (ab Pflegegeldstufe 3);

  • wenn Kosten für die Pflegeperson als Begleitperson im Spital anfallen.